p2pfoundation

on Donnerstag, 12. August 2010

Was passiert also? Indem dramatisch die Transaktionskosten für Koordination und Organisation gesenkt werden, hat die Menschheit eine ganz neue Möglichkeit bekommen: und das ist “free permissionless self aggregation around common projects” (freiwillig und ohne jemandes Erlaubnis erbitten zu müssen zu einem gemeinsamen Projekt/Ziel beitragen), also:

Wenn Du etwas sehr Komplexes produzieren willst, wie GNU/Linux, die Wikipedia oder selbst eine Rakete zum Mond, dann brauchst Du niemanden mehr, der das durchfinanziert, keinen Investor, keinen Staat, sondern wir haben ein anderes Werkzeug: Menschen, die etwas hinzufügen, die mit uns zusammen arbeiten,. Wir müssen Partner finden, die einzelne Teile des Projekts realisieren, die kooperative Designs entwickeln und so weiter.

Warum finde ich es wichtig, den Begriff Peer-to-Peer zu verwenden (oder auch commons based peer production)?:

1. Wir brauchen eine neue Sprache. Es ist politisch nicht fruchtbar, die Sprache des (Neo-)Marxismus zu verwenden. Das schafft zu viele Missverständnisse

2. Wenn ich über Peer-to-Peer rede, sind die Studenten ganz Ohr, denn es ist genau das, was sie schon tun. Sie wissen etwas damit anzufangen. Wenn man ihnen nun noch erklärt, dass das, was sie tun, eine Revolution im Wertesystem und eine Revolution in der Art, die Welt zu sehen beinhaltet, sind sie sehr aufmerksam.

3. Der Begriff assoziert nicht ein “zurück zur Vergangenheit oder zu vormodernen communities, was wir tun ist vielmehr: Relationalität („we are relationally enhancing ourselves“) - darum geht es in der Peer-to-Peer Produktion. Die Moderne hat uns individualisiert und atomisiert, sie hat einige der traditionellen Strukturen hinweggefegt, wir werden jetzt nicht zurück gehen zu diesen Strutkuren, denn das bedeutete, zurück zu abgeschlossenen, vormodernen Gemeinschaften mit festgeschriebenen sozialen Regeln. Wir müssen uns in und durch unsere Beziehungen entfalten und auf diese Art die Dinge produzieren, die wir brauchen – in einer endlichen Welt.

Es geht also um erfolgreiche Muster, die jetzt schon in der Welt sind. Wir müssen analysieren was da passiert und die erfolgreichen Muster, die unseren Werten nahe kommen, fördern und miteinander in Kontakt bringen.

Was ich also in der immateriellen Produktion sehe ist, dass sich Menschen, ohne jemanden um Erlaubnis zu bitten, auf ein Ziel verständigen und Netzwerke schaffen, um dieses Ziel zu erreichen. Sie sind zielorientiert. Dieses gemeinsame Ziel bringt die Leute zusammen.

Sie brauchen zudem eine minimale Verständigung darüber, wie man dahin kommt (z.B. OS– Definition, Freie Software Definition, die Debian-Verfassung – Chartas, die sich die Projekte geben)

Was wir zunehmend sehen – und das nenne ich „commons based peer production“ – ist ein dreigliedriges Phänomen:

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